Wie aus Erwartungen, Enttäuschungen und endlosen Diskussionen Dank des Paartherapeuten wieder eine harmonische Beziehung werden kann.
Man glaubt, sich zu kennen. Oft ist es sogar so, dass jede Macke, jede nette Eigenart, die der andere hat, ihn oder sie zu einem besonderen
Menschen macht. Zu dem einen Menschen, mit dem man sein Leben teilen möchte. Dass ein gemeinsames Leben in den meisten Fällen auch mit
gegenseitigen Erwartungen verbunden ist, sehen die Partner oft nicht. Nicht gleich. Es ist vielmehr ein schleichender Prozess, der oft mit
einem „Schade, dass…..“ oder dem Kommentar „Ich hatte gehofft, dass du…“ beginnt. Man tut Dinge oft insgeheim damit verbunden, der Partner würde
an selber Stelle dasselbe tun! Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn nicht genau die Reaktion kommt, die man sich doch so sehr erhoffte.
Von der man ausging, weil man es eben selbst auch so macht! Nahezu in jedem Bereich des Miteinanders gibt es diese Erwartungshaltung, die in
leider viel zu vielen Einzelfällen zum Bruch der Beziehung führt. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Einer der Partner hat ein oder mehrere
Kinder. Wie oft läuft ein Dialog in etwa so ab?
„Du, deine Tochter hat wieder ihre Schuhe im Flur stehen lassen und außerdem räumt sie nie das benutze Geschirr in die Spülmaschine“.
„Was? Dafür räume ich deinem Sohn ständig hinterher; wie der immer das Bad verlässt,… Und ich koche, mache die Wäsche und, und, und…  Dann kommst du mit so etwas?“
Der Partner fühlt sich nicht verstanden, es kommt zum Streit über Erwartungen. Das Gegenüber ist ebenso verbittert, vermisst es doch das Verständnis des Partners. Hier können Gespräche mit dem Paarberater sehr hilfreich sein. Geht es doch darum, das Gespür für den anderen (wieder) zu bekommen; seine Sicht der Dinge sehen zu lernen und vielleicht bald zu merken, dass es hier nicht darum geht, dem anderen weh zu tun, sondern -wie in diesem Fall- Kinder und Eltern in den gemeinsamen Erwartungen zu synchronisieren. Hier helfen Gespräche und systemische Methoden des Paarcoachs.
Oder wie ist es, wenn eine Partnerschaft sexuell bisher immer für beide erfüllend war? Wenn die eigenen Wünsche befriedigt, der Spaßfaktor hoch und auch der Partner rundum glücklich war? Wenn dann aber, durch die verschiedensten Faktoren wie Schwangerschaft, Gewichtszunahme, Stress bei der Arbeit oder Probleme im privaten Bereich die Lust plötzlich weniger wird? Wenn ein Partner sich selbst in Frage stellt, seinen Körper kritisch betrachtet oder gar mit Eifersucht kämpft, ob es jemand anderen gibt, nur weil es nicht so „läuft“ wie bisher?
Oft drehen sich beide Partner in eine Spirale der Diskussion und des Missverstehens ein, aus der sie ohne Hilfe von außen nicht mehr heraus kommen können. Weil jeder seine Sicht hat und eigene Erwartungen durchsetzen will. Die einzig richtige,… scheinbar! Weil man tief innen drin „erwartet“, dass es so läuft wie bisher, denn das war doch genau so, wie man selbst es haben wollte. Aber Dinge ändern sich im Leben. Und jeder Mensch sieht sich immer wieder mit Veränderungen konfrontiert. Veränderungen, die auch einen selbst betreffen! Die aber meist gar nicht wahrgenommen werden. Wer mag schon in den Spiegel schauen und Kritik an sich selbst üben? So komisch es sich anhört, auch bei einem noch so intimen Problem ist es oftmals für die Beteiligten einfacher, einem völlig Außenstehenden seine Sichtweise zu erklären, als dem eigenen Partner! Weil man sich scheut, seine Wünsche, seine Erwartungen zu äußern. Vielleicht auch, weil man gesteckte Erwartungen gar nicht erfüllen kann…
Ganz gleich, wie gut die Partner harmonieren, wie viele Gemeinsamkeiten man hat – beide bleiben jeder für sich eigenständige Menschen. Mit eigenem Charakter und eigenen Wesenszügen. Das Faszinierende an uns Menschen ist doch, dass es niemanden „doppelt“ gibt. Und wenn es noch so kleine Unterschiede sind; genau diese machen jeden Einzelnen aus! Oft wird das im Alltag vergessen und unterschätzt; ist es viel einfacher, etwas für den anderen zu tun und nicht daran zu denken, dass der Partner in derselben Situation vielleicht völlig anders handeln würde! Man schließt von sich auf den anderen – ein Fehler, der in ganz vielen Beziehungen häufig ignoriert wird. Man kann es sich nicht vorstellen, weil es doch „…ansonsten super klappt mit uns!“
Es
ist einfacher, schwierige Situationen und Unausgesprochenes zu übergehen. Doch was, wenn diese Momente mehr werden? Was, wenn man immer
öfter das Gefühl hat, der andere ist mit seinem Handeln meilenweit von einem selbst entfernt? Dann ist es oft schon unheimlich schwierig, den
Anfang dieser Problematik noch zu greifen.
Doch soweit muss es nicht kommen! Auch ohne „akuten“ Grund, ohne Streit und blankliegende Nerven kann ein Paarberatungsgespräch gut tun. Kann helfen, die eigene Sicht wieder zu weiten. Auch andere Denkweisen zuzulassen, ohne gleich das Gefühl zu haben, man würde nicht verstanden.
Paartherapeut
Felix Arnet (Lilien Institut für Paartherapie in Wiesbaden ) schafft in entspannter Atmosphäre und in einem geschützten Rahmen eine Plattform
für beide Partner, damit das „Wir“ auch ein echtes Wir wird. Nicht ein „du bist wie ich“. Die Chance, sich besser verstehen zu lernen, sich mit
Toleranz für den anderen auch für anderes zu öffnen. Zu spüren, dass ein klärendes Wort hilft, vieles leichter werden lässt. Das „Erwarten“
los zu lassen, um dafür ein „verständnisvolles Miteinander“ (er)leben zu können.